Civitella

"Citta che morte" nannte der italienische Dichter Moravia das verfallene Bergstädtchen Civitta vecchia, das nur 7 km von Civitella d' Agliano entfernt liegt, malerisch, majestätisch und zugleich immerwährend gefährdet, da auf fragilem Tuff gebaut.

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Was jetzt dort wächst und gedeiht, sind Phantasien, Fertigkeiten und Fähigkeiten von Kunsteleven, die im Ambiente dieser Stadt sich selber und ihren Weg suchen. Für viele Studierende bedeutet ein Aufenthalt in Civitella eine erste umfassende Begegnung mit Kunst und Kultur eines Landes, dessen Erbe ganz Europa angetreten hat; eine Begegnung fernab von klischeehafttouristischen Ambitionen. Viele finden erst auf dieser Exkursion durch stundenlanges zeichnerisches Antworten auf die Problemstellungen dieser faszinierenden Landschaft ihre eigene künstlerische Sprache, ihre eigene Art der Strichführung vielleicht sogar ihren eigenen Stil.

Für viele Studierende bedeutet es die erste Chance. sich tagelang und ohne Unterbrechungen von außen der künstlerischen Produktion zu widmen, Frustrationen und Euphorien ebenso als Teile eines kreativen Prozesses zu erleben wie das Sammeln, Fragen, Untersuchen und Experimentieren. Nicht wenige begreifen erst hier den eigentlichen Prozeßcharakter des ästhetischen Projekts, jene Mischung aus konzentrierter gezielter Präparation und spontaner, dem Zufall Raum gebender Aktion; geben zum ersten Mal ihrem divergierenden Denken notwendigen Raum und vor allem die Zeit, die in der unvermeidbaren universitären Enge und Kürze nicht zu erbringen wäre. Sie verlassen die Ästhetik des raschen Eindrucks, der schnellen flotten Ideen, der schicken Reaktion, des modischen In-seins, des erfolgversprechenden Rezepts. Sie lernen Sehen durch Zeichnen. So wird diese Exkursion integrierter Teil einer kunstpädagogischen Ausbildung; liefert organisatorische Erfahrungen für angehende Lehrerinnen und Lehrer; löst gruppendynamische Prozesse aus; regt an zu gegenseitigem Korrigieren, zu diskursiven Auseinandersetzungen über die entstehende Arbeit. Diese Exkursion ermöglicht einmalige Begegnungen mit kulturhistorisch bedeutsamen Orten bereits in der unmittelbarsten Umgebung: Orvieto mit seiner päpstlichen Vergangenheit, der verzauberte Park im Bomarzo der Orsini und natürlich - in der Reichweite eines Tagesausflugs - Siena, Florenz, Volterra oder das südlichere Rom. Kleine und große architektonische Leckerbissen, dazu die umgebende Landschaft, die die Kargheit der Erosionsnarben neben blühende Vegetation setzt, füllen die Skizzenbücher und verbinden sich dort zu einer Niederschrift eines unverwechselbaren Erlebnisses. Weitab vom patchwork der universitären Ausbildung, weitab vom ständigen Wechsel unterschiedlichster Ausbildungsbereiche wird der "Augen-blick" fokussiert auf das unmittelbar Anwesende. Vieles ist zu Hause zu ordnen und zu orten, geht ein in die weitere Arbeit, die die zunächst unüberschaubaren, überreichen Eindrücke verdichtet und in der Distanz zu reduzierter verwesentlichter Abstraktion filtert.

Die Begegnung, mit Civitella löst das "Italien in uns" aus: Es liefert Motivationen zur Vertiefung von Kunst und Historie; Fakten durchsetzen sich mit persönlichen Eindrücken; fraktale Kenntnisse gerinnen durch kulturelle Erfahrungen zu bleibenden ganzheitlichen Bildern. Bildung bildet sich aus. "Civitella ersetzt mir ein ganzes Semester Malen", sagt eine Studentin und straft damit alle Lügen, die behaupten, unsere Studenten/innen wären nicht bereit, sich über das Notwendige hinaus zu engagieren...

Prof. Günther Köppel

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ASSOCIAZIONE PROGETTO TURISTICO CIVITELLA D’AGLIANO

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